5 Literatur
- Antos, Gerd: Grundlagen einer Theorie des Formulierens. Textherstellung in geschriebener und gesprochener Sprache. Tübingen 1982 (Reihe Germanistische Linguistik 39).
- Auer, Peter: On line-Syntax - Oder: was es bedeuten könnte, die Zeitlichkeit der mündlichen Sprache ernst zu nehmen. In: Sprache und Literatur 85. 2000, 43-56.
- Becker, Barbara: Die Inszenierung von Identität: Körper, Texte, Imaginäres.
WWW-Ressource (URL am 7.6.2000: http://intertwine.aec.at/otxt/becker.html).
- Beißwenger 2000 = Michael Beißwenger: Kommunikation in virtuellen Welten: Sprache, Text und Wirklichkeit. Eine Untersuchung zur Konzeptionalität von Kommunikationsvollzügen und zur textuellen Konstruktion von Welt in synchroner Internet-Kommunikation, exemplifiziert am Beispiel eines Webchats. Stuttgart 2000.
- Beißwenger 2001 = Michael Beißwenger: Das interaktive Lesespiel. Chat-Kommunikation als mediale Inszenierung. In: Michael Beißwenger (Hrsg.): Chat-Kommunikation. Sprache, Interaktion, Sozialität & Identität in synchroner computervermittelter Kommunikation. Perspektiven auf ein interdisziplinäres Forschungsfeld. Stuttgart 2001, 79-138.
- Beißwenger (Hrsg.) 2001 = Michael Beißwenger (Hrsg.): Chat-Kommunikation. Sprache, Interaktion, Sozialität & Identität in synchroner computervermittelter Kommunikation. Perspektiven auf ein interdisziplinäres Forschungsfeld. Stuttgart 2001. Begleitende Website: http://www.chat-kommunikation.de
- Beißwenger, Michael/Ulrike Pütz: "hauptsache wir verstehen uns gegeneinander" - Ver(fremd)sprachlichung und Ausdrucksbildung in textbasierten Gehörlosen-Webchats. In: Michael Beißwenger (Hrsg.): Chat-Kommunikation. Sprache, Interaktion, Sozialität & Identität in synchroner computervermittelter Kommunikation. Perspektiven auf ein interdisziplinäres Forschungsfeld. Stuttgart 2001, 403-429.
- Bibliography on Chat Communication. Bibliographie zur Chat-Kommunikation. Verzeichnis der On- und Offline-Ressourcen zum Thema. Bearb. v. Michael Beißwenger. URL: http://www.chat-bibliography.de.
- Döring 1999 = Nicola Döring: Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse, Identitäten, soziale Beziehungen und Gruppen. Göttingen 1999 (Neue Medien in der Psychologie 2).
- Döring 2001 = Nicola Döring: Sozialpsychologische Chat-Forschung: Methoden, Theorien, Befunde. In: Michael Beißwenger (Hrsg.): Chat-Kommunikation. Sprache, Interaktion, Sozialität & Identität in synchroner computervermittelter Kommunikation. Perspektiven auf ein interdisziplinäres Forschungsfeld. Stuttgart 2001, 141-186.
- Haase, Martin/Michael Huber/Alexander Krumeich/Georg Rehm: Internetkommunikation und Sprachwandel. In: Rüdiger Weingarten (Hrsg.): Sprachwandel durch Computer. Opladen 1997, 51-85.
- Haefner, Klaus: Medien-Nachbarwissenschaften XI: Informatik. In: Medienwissenschaft. Ein Handbuch zur Entwicklung der Medien und Kommunikationsformen. Hrsg. v. Joachim-Felix Leonhard, Hans-Werner Ludwig, Dietrich Schwarze, Erich Straßner. 1. Teilbd. Berlin. New York 1999 (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 15.1), 385-389.
- Jakobs, Eva-Maria: Mediale Wechsel und Sprache. Entwicklungsstadien elektronischer Schreibwerkzeuge und ihr Einfluß auf Kommunikationsformen. In: Werner Holly/Bernd Ulrich Biere (Hrsg.): Medien im Wandel. Opladen 1998, 187-209.
- Koch/Oersterreicher 1985 = Peter Koch/Wulf Oesterreicher: Sprache der Nähe - Sprache der Distanz. Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Spannungsfeld von Sprachtheorie und Sprachgeschichte. In: Romanistisches Jahrbuch 36. 1985, 15-43.
- Koch/Oesterreicher 1994 = Peter Koch/Wulf Oesterreicher: Schriftlichkeit und Sprache. In: Schrift und Schriftlichkeit. Writing and Its Use. Ein interdisziplinäres Handbuch internationaler Forschung. Hrsg. v. Hartmut Günther/Otto Ludwig. 1. Halbbd. Berlin. New York 1994 (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 12.1), 587-604.
- Lenke, Nils/Peter Schmitz: Geschwätz im 'Globalen Dorf' - Kommunikation im Internet. In: OBST (Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie) 50. 1995, 117-141.
- Ong, Walter J.: Oralität und Literalität. Die Technologisierung des Wortes. Opladen 1987.
- Reid, Elizabeth M.: Electropolis: Communication and Community on Internet Relay Chat. Honours Thesis. University of Melbourne 1991.
WWW-Ressource (URL am 20.10.2001: http://home.earthlink.net/~aluluei/electropolis.htm).
- Runkehl, Jens/Peter Schlobinski/Torsten Siever: Sprache und Kommunikation im Internet. Überblick und Analysen. Opladen. Wiesbaden 1998.
- Sassen, Claudia: Phatische Variabilität bei der Initiierung von Internet-Relay-Chat-Dialogen. In: Thimm (Hrsg.) 2000, 89-108.
- Storrer 2000 = Angelika Storrer: Schriftverkehr auf der Datenautobahn. Besonderheiten der schriftlichen Kommunikation im Internet. In: Klaus Boehnke (Hrsg.): Neue Medien im Alltag: Begriffsbestimmungen eines interdisziplinären Forschungsfeldes. Leverkusen 2000.
- Storrer 2001 = Angelika Storrer: Getippte Gespräche oder dialogische Texte? Zur kommunikationstheoretischen Einordnung der Chat-Kommunikation. In: Sprache des Alltags. Beiträge zu neuen Perspektiven in der Linguistik. Herbert Ernst Wiegand zum 65. Geburtstag gewidmet. Hrsg. v. Andrea Lehr, Matthias Kammerer, Klaus-Peter Konerding, Angelika Storrer, Caja Thimm und Werner Wolski. Berlin 2001.
- Storrer 2001a = Angelika Storrer: Sprachliche Besonderheiten getippter Gespräche: Sprecherwechsel und sprachliches Zeigen in der Chat-Kommunikation. In: Michael Beißwenger (Hrsg.): Chat-Kommunikation. Sprache, Interaktion, Sozialität & Identität in synchroner computervermittelter Kommunikation. Perspektiven auf ein interdisziplinäres Forschungsfeld. Stuttgart 2001, 3-24.
- Thimm, Caja (Hrsg.): Soziales im Netz. Sprache, soziale Beziehungen und Kommunikationskulturen im Internet. Opladen. Wiesbaden 2000.
- Ungeheuer, Gerold: Kommunikationssemantik. Skizze eines Problemfeldes. In: Zeitschrift für Germanistische Linguistik 2. 1974, 1-24.
- Wagner, Gerald/Michael Schlese: Medienspezifische Arten des Sachbezugs: Referenz in computergestützten Kommunikationssystemen. In: Zeitschrift für Semiotik 19. 1997, 245-263.
- Wichter, Sigurd: Zur Computerwortschatz-Ausbreitung in die Gemeinsprache. Elemente der vertikalen Sprachgeschichte einer Sache. Frankfurt 1991 (Germanistische Arbeiten zu Sprache und Kulturgeschichte 17).
Endnoten / Exkurse
1 Einen Überblick über Kommunikationsformen im Internet und deren Spezifika bieten etwa Jakobs (1998)
und Storrer (2000).
Als "Pionierarbeit" zur Chat-Kommunikation gilt nach wie vor Reid (1991). Neuere und ausführlichere
Untersuchungen, speziell aus linguistischer und
kommunikationswissenschaftlicher Perspektive, finden sich in Runkehl et al. (1998:72-116),
Beißwenger (2000; 2001), Beißwenger/Pütz (2001) und
Storrer (2001; 2001a). Den sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Zugang zu Phänomenen der Online- und speziell der
Chat-Kommunikation dokumentiert z.B. Döring (1999; 2001) sowie eine Anzahl an Beiträgen in
Thimm (2000). - Zu den vielfältigen Zugängen zum Thema Chat-Kommunikation vgl. auch
Beißwenger (Hrsg.; 2001) sowie meine "Bibliography on Chat Communication", die eine umfangreiche Übersicht über die
On- und Offline-Ressourcen zum Thema bietet.
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2 Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich ausschließlich mit Chat-Diensten, die (a) im WWW angeboten werden
(sogenannte "Webchats"), (b) rein textbasiert sind und (c) unmoderiert ablaufen. Die im folgenden getroffenen Feststellungen treffen daher nicht
sämtlich oder z.T. nur bedingt auch auf Chat-Dienste zu, in welchen anhand von manipulierbaren Comic-Figuren kommuniziert wird oder in welchen
seitens eines Moderators eine zentrale 'Gesprächsleitung' ausgeübt wird.
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3 Gerade diese Anonymität und die damit gegebene Möglichkeit zum Spiel mit konstruierten Charakteren ('Netzidentitäten',
'virtuellen Identitäten') wird nicht selten genutzt, um kreative Spiele zu initiieren oder mit (simulierten) sozialen Rollen und Situationen zu experimentieren.
(Vgl. hierzu ausführlich Beißwenger 2000:164-207 sowie Beißwenger 2001).
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4 Aufgezeichnet am 8.2.1999 im unicum SpaceChat (
http://www.unicum.de/chat/index.html) und am 14.9.2000 im Berlin Online Live Chat (
http://www.berlinonline.de/spass/community/).
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5 Grundsätzlich besteht bei den meisten Chat-Diensten die Möglichkeit, Nicknames durch ein Passwort schützen zu lassen.
Dies hat den Vorteil, daß der individuelle Nickname auch dann nicht von einem anderen Chat-Teilnehmer verwendet werden kann, wenn man selbst
nicht in einem der Chat-"Räume" des Dienstes zugegen ist. Falls unser Beispiel-Teilnehmer seinen Nickname bereits in einer früheren Chat-Sitzung
anhand eines Passworts hat schützen lassen, müßte er bei seiner Anmeldung neben seinem individuellen Nickname auch noch dieses Passwort
angeben, um die Befugnis zu erhalten, seinen Nickname auch im Rahmen der folgenden Chat-Sitzung wieder zu tragen.
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6 http://www.happychat.de; neben Nickname und Passwort
hat der Teilnehmer hier auch noch die Möglichkeit, bei seiner Anmeldeanfrage bereits den Namen eines Chat-Raums mitzuübermitteln, in welchem er
seine Chat-Sitzung beginnen möchte.
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7 Siehe hierzu auch Storrer (2001, Abschnitt 4.1).
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8 Zur Zeitlichkeit schriftlicher und mündlicher Sprachproduktion vgl. Auer (2000).
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9 Zwischenschritte, die die rein technische Repräsentation der Daten in Form digitalisierter Codes betreffen, sind hier -
ebenso wie in der Veranschaulichung in Abb. 4 - nicht berücksichtigt; zur Digitalisierungstechnik in der elektronischen Datenverarbeitung vgl.
Haefner (1999).
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10 Aus diesem Grunde wird hier und im folgenden begifflich unterschieden zwischen dem Beitrag, den ein
Teilnehmer produziert, an das Programm übermittelt, der vom Programm verarbeitet, aufbereitet und anschließend zurückübermittelt wird, und dem
Turn, unter dem der Textbeitrag in seiner letztendlichen Anzeige auf dem Bildschirm des/der Rezipienten verstanden werden soll. Eine
solche Unterscheidung ist notwendig, da (i) der Text eines Turns i.d.R. vom Text des ursprünglich produzierten Beitrags verschieden ist und (ii)
ein Beitrag bisweilen zu mehreren, textuell voneinander abweichenden Turns in der Anzeige verschiedener Rezipienten führen kann; vgl.
Abschnitt 2.3.
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11 http://www.chatcity.de.
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12 Mitschnitt aus dem unicum SpaceChat vom 17.11.1998.
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13 Die Verarbeitung und Zustellung der Beiträge durch das Programm erfolgt i.d.R. nach der Reihenfolge ihres
Eintreffens und somit nach dem "Mühlen-Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. [...] Dabei können Bruchteile von Sekunden über die
Turnreihenfolge entscheiden" (Wichter 1991:78f.).
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14 Auszüge aus Mitschnitten, die am 12.2.1999 und am 19.2.1999 im unicum SpaceChat angefertigt wurden
(http://www.unicum.de/chat/index.html).
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15 Hieraus ergibt sich u.a. die Möglichkeit deiktischer, an der Zweidimensionalität der Bildschirmanzeige orientierter
Verweise, analog zu "oben"-/"unten"-Verweisen in Printmedien (vgl. Storrer 2001, Abschnitt 4.2).
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16 Vgl. hierzu die nachfolgende Unmutsäußerung eines Chat-Teilnehmers in einem WWW-Forum der
Frauenzeitschrift Allegra (http://www.allegra.de), in welcher er die
'Unsitte' thematisiert, daß andere Teilnehmer des Allegra-Chats Chat-Beiträge oder ganze Kommunikationsprotokolle mitschneiden und
an anderer Stelle im WWW veröffentlichen: "virtuelle hexenjagden hat es hier schon immer gegeben, jedoch nicht in so einem ausmaß -
und vor allem nicht in dieser art. in früheren jahren (ja, leute, ich bin schon einige zeit dabei) war es eher ein spaß, jedoch, was heute hier
geschieht, möchte ich am ehesten damit vergleichen, die persönlichen briefe anderer leute zu lesen. das veröffentlichen geflüsterter meldungen,
oder ganzer chat-mitschnitte (und im übrigen auch noch so verändert, daß der veröffentlicher besser dasteht - ist dir dein geschwafel doch ein
wenig peinlich?) hat hier methode bekommen [...]" (Forumsbeitrag vom 4.1.1999).
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17 Vgl. hierzu auch Storrer (2001).
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18 Der "Kommunikationsraum" ist in diesem Zusammenhang nicht gleichzusetzen mit dem Chat-"Raum",
sondern zu verstehen als eine Sphäre kommunikativer Nähe bzw. als eine Menge kommunikativer Relationen, die zwischen einer Anzahl von
Teilnehmern festgestellt werden kann. Da in einem Chat-Raum durchaus mehrere Kommunikationsvollzüge gleichzeitig und von einander unabhängig
ablaufen können, können in einem Chat-Raum somit mehrere Kommunikationsräume geöffnet sein (vgl.
Beißwenger 2000:127-141). Eine Veränderung der
Situiertheit in einem Kommunikationsraum kann, muß aber nicht unbedingt mit einem Wechseln des Chat-Raumes zusammenfallen: So kann ein
Teilnehmer durch einen entsprechenden Beitrag bewirken, daß er fortan die Turns eines bestimmten anderen Teilnehmers im selben Chat-Raum nicht mehr
angezeigt bekommt; in diesem Falle hat er für sich einen Mitkommunikanten aus seinem aktuellen Kommunikationsraum ausgeschlossen. In einem anderen
Fall kann ein Teilnehmer aber auch einen Beitrag an das Programm übermitteln, mit welchem ein Verlassen des aktuellen Chat-Raumes vollzogen werden soll;
in diesem Fall fallen das Verlassen eines Kommunikations- und eines Chat-Raumes zusammen. (Vgl. auch Anmerkung 23;
für weitergehende Ausführungen zur Konzeption des Chat-"Raums" als einer kommunikativen Nähesphäre vgl. auch
Beißwenger 2001: 94-107).
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19 'HTML' steht für "Hyper Text Markup Language", die Auszeichnungssprache, nach der für eine Präsentation im
World Wide Web vorgesehene Daten formal (z.B. hinsichtlich ihrer physischen Eigenschaften) beschrieben werden. HTML-Auszeichnungen
werden in Form sogenannter "Tags" (jeweils umschlossen von spitzen Klammern: "<", ">") vorgenommen und somit vom anzuzeigenden
Text abgesetzt. Diese Tags werden von den Browserprogrammen auf den jeweiligen Zielrechnern ausgelesen, interpretiert und für die Anzeige
in Formatierungen (z.B. Fettsatz, Kursivierung, Textfarbe etc.) umgewandelt.
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20 Die meisten Webchats bieten ihren Teilnehmern die Möglichkeit, einen Farbwert für die Anzeige ihres Nicknames
auszuwählen. Die farblich von einander abgesetzte Anzeige der Turns der verschiedenen Teilnehmer gewährleistet ein besseres Verfolgen des
Kommunikationsverlaufs am Bildschirm: Die charakteristische Färbung jedes Turns ermöglicht deren schnelleres Auffinden; gerade in Chat-Räumen,
in welchen viele Teilnehmer parallel mehrere Kommunikationsvollzüge tätigen, trägt eine effiziente Identifizierbarkeit der neuen Turns des jeweils
relevanten kommunikativen Gegenübers bisweilen erheblich zur Beschleunigung des Austauschs bei. Zur Semiotik des Spiels mit Farben im
Webchat siehe auch Abschnitt 3 "Innovationen und Irritationen".
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21 Mitschnitt aus dem unicum SpaceChat vom 10.12.1998.
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22 Unter exklusiv adressierten Beiträgen sind hier Äußerungsbeiträge zu verstehen, die als Turns im
sogenannten "Flüster-Modus" realisiert werden sollen und entsprechend kodiert sind. Turns im "Flüster-Modus" werden nur einem ganz
bestimmten, im Beitrag anhand eines bestimmten Kodes explizit genannten Adressaten zugestellt und bleiben somit für sämtliche anderen
Teilnehmer unsichtbar. Sie stellen also eine Variante von Turns des Typs (i) dar. Die Einschränkung in der Formulierung von
R2 (X, Z1) ist dadurch begründet, daß in vielen Webchats Beiträge im "Flüster-Modus" auch an Adressaten
gerichtet werden können, die nicht im selben Chat-Raum zugegen sind. "Flüstern" kann man somit in diesen Webchats auch durch die
Wände der "Räume" hindurch...
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23 Die hier beschriebenen kommunikativen Relationen R1 und R2 sind nicht zu
verwechseln mit den Relationen, anhand derer ein "Kommunikationsraum" beschrieben werden kann. Während es sich bei R1
und R2 um Relationen handelt, die lediglich bestimmen, ob einem Teilnehmer die Beiträge bestimmter anderer Teilnehmer vom
Programm verfügbar gemacht werden oder nicht (eben weil sich diese Teilnehmer - metaphorisch ausgedrückt - "im selben bzw. in einem
anderen Raum befinden"), müßte für das Gegebensein eines "Kommunikationsraumes" zudem noch eine Relation R3 festgestellt
werden können, die beschreibt, daß ein Teilnehmer X mit einem Teilnehmer Y nicht nur durch R1 verbunden ist, sondern darüber
hinaus auch noch tatsächlich mit diesem kommuniziert, d.h. Beiträge an ihn richtet und/oder sich mit eigenen Beiträgen thematisch auf von ihm
"Geäußertes" bezieht. Allein das Gegebensein von R1 gewährleistet zunächst einmal nur, daß ein Teilnehmer X die Beiträge einer
bestimmten Anzahl von anderen Teilnehmern Y1-n angezeigt bekommt; ob er diese Beiträge aber tatsächlich zur Kenntnis nimmt und
in eigenen Beiträgen kommunikativ an sie anknüpft, ist mit R1 noch nicht erfaßt. Insofern ist der Chat-Raum lediglich als ein "virtueller
Kommunikationsraum" (i.S.v. Beißwenger 2000:138, 140f.; Beißwenger 2001:99-102)
anzusehen, im Gegensatz zum konkreten "Kommunikationsraum", für den darüber hinaus
auch noch eine Relation R3 gegeben sein muß, die nicht nur die Möglichkeit, mit anderen in Austausch zu treten, sondern das
tatsächliche Gegebensein eines Sich-kommunikativ-aufeinander-Beziehens beschreibt. (Vgl. auch Anmerkung 18)
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24 Mitschnitt aus dem unicum SpaceChat vom 23.9.2000. click:
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25 Der Farbwechsel eines Teilnehmers, deklariert durch die Meldung "X hat die Farbe gewechselt", wird im
unicum SpaceChat graphisch dadurch unterstützt, daß der entsprechende Turn am Zeilenanfang in der ursprünglichen Farbe
dargestellt wird und zu Zeilenende in die vom Teilnehmer neu definierte Farbe übergeht.
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26 Mitschnitte vom 2.2.1999, vom 12.12.1998 und vom 21.9.2000.
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27 Mitschnitt einer von mir unter dem Nickname "zora'" eingeleiteten Chat-Sitzung im unicum SpaceChat
vom 23.9.2000.
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28 Mitschnitt aus dem unicum SpaceChat vom 7.2.1999.
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www.michael-beisswenger.de